Kleine Musiktheorie

 



Von den Noten

Noten sind Schriftzeichen für die Töne. Die Form zeigt uns, wie lange ein Ton erklingen soll.

 

die ganze Note

die halbe Note

die Viertelnote

 

 

gilt vier Zählzeiten
(Schläge)

zwei Zählzeiten
(Schläge)

eine Zählzeit
(Schlag)

Merke: Eine ganze Note hat den gleichen Wert wie zwei halbe oder vier Viertelnoten.

 

Zähle

Die Achtelnoten

Wenn wir die Viertelnote halbieren, entstehen 2 Achtelnoten. Einzelne Achtelnoten haben am Notenhals ein Fähnchen. Mehrere Achtelnoten verbindet man mit einem Notenbalken.

ganze Note

Dreiviertelnote

halbe Note

Viertelnote

8 Achtelnoten

6 Achtelnoten

4 Achtelnoten

2 Achtelnoten

Merke: Der Punkt hinter einer Note verlängert diese um die Hälfte ihres Wertes.

Die Pausen

Pausen sind Schweigezeichen, die innerhalb eines Taktes anstelle von Noten stehen können. Wir unterscheiden daher auch

die ganze Pause

die halbe Pause

die Viertel Pause

4 Zählzeiten

2 Zählzeiten

1 Zählzeit

Der Achtelnote entspricht die Achtelpause (=).

Wert der Noten und Pausen

Ein Musikstück setzt sich aus Noten (Tonzeichen) und Pausen (Schweigezeichen) zusammen. Je nach dem Wert dieser Zeichen, d. h. nach der Dauer, Länge (Zeitdauer), unterscheidet man

Nachstehende Tabelle zeigt das Verhältnis der einzelnen Notenwerte untereinander. Auf eine ganze Note kommen: 2 halbe, 4 viertel, 8 achtel, 16 sechzehntel, 32 zweiunddreißigstel oder 64 vierundsechzigstel.

Das Liniensystem

Um hohe und tiefe Töne zu unterscheiden, verwenden wir ein 5- Liniensystem, das nach oben und unten durch Hilfslinien erweitert werden kann.

Die Noten stehen entweder

auf den Linien

zwischen den Linien

ober-oder unterhalb des Systems

 

Die Notennamen

In der Musik gibt es nur 7 Stammtöne, die sich immer wiederholen. Sie werden mit Buchstaben benannt und heißen: c, d, e, f, g, a, h.

Die C-Dur Tonleiter

Die Tonleiter

Allgemeines

Unter Tonleiter verstehen wir die stufenweise Aufeinanderfolge von Tönen innerhalb einer Oktave. Die Aneinanderreihung der einzelnen Töne erfolgt nach bestimmten Gesetzen, so daß alle auf den verschiedenen Grundtönen aufgebauten Tonleitern (insgesamt 12) den gleichen Aufbau haben.

Die C- Dur Tonleiter

Der unten stehende Ausschnitt aus unserer Klaviatur zeigt deutlich, daß die Tonschritte zwischen den weißen Tasten nicht gleich sind. So finden wir zwischen c und d eine schwarze Taste zwischen e und f aber fehlt diese. Man spricht deshalb im ersten Fall von einem ganzen (Ganzton-) Schritt, im zweiten Fall dagegen von einem Halbtonschritt. Im Gegensatz zum Tastenbild, wo uns dieser Unterschied sofort deutlich wird, läßt sich beim Notenbild wegen des gleichen Abstandes der Noten auf und zwischen den Linien der Ganztonschritt nicht vom Halbtonschritt unterscheiden.

 

Merke: Der Schritt e - f (von der 3. zur 4. Stufe) und der Schritt h - c (von der 7. zur 8. Stufe) sind immer Halbtöne. Alle anderen Stufen der DUR- Tonleiter sind Ganztonschritte. Als Aufbaugesetz der Dur- Tonleiter halten wir folgende Stufenfolge fest: 1-1-½-1-1-1-½

 

 

C- Dur- Tonleiter auf- und abwärts

Da die gleichen Notenzeichen sowohl für hohe, wie für tiefe Töne verwendet werden müssen, bedarf es noch eines sogenannten Schlüssels, der den Unterschied verdeutlicht. Die hohen Töne schreiben wir im Violinschlüssel (Violine = hohes Instrument); für die tiefen Töne verwenden wir den Baßschlüssel (Baß = tiefe Stimme).

Der Violin- (auch G-) Schlüssel umschließt die Note der 2. Linie, die damit als g festgelegt wird

Der Baß- oder F- Schlüssel bezeichnet zwischen seinen beiden Punkten den Ton f.

Violinschlüssel

Baßschlüssel

Die Noten im -Schlüssel

Die Noten im -Schlüssel

Damit ergeben sich innerhalb der beiden Systeme für und folgende Töne

Der Ton c (das sogenannte eingestrichene c = c´) ist der Mittelpunkt unseres Tonsystems. Er steht gleichsam zwischen den beiden 5- Liniensystemen und zeigt im Violin- und Baßschlüssel das gleiche Bild (1 Hilfslinie)

Der Takt

Jedes Musikstück wird durch senkrechte Striche (Taktstriche) in kleine Abschnitte (Takte) eingeteilt.

Von den Taktarten

Es gibt verschiedene Taktarten, deshalb wird am Anfang eines jeden Musikstückes die Taktart mit Zahlen angegeben.

Merke: Die obere Zahl wird stehts gezählt.

Merke:Alle Takte eines Musikstückes haben den gleichen Zählwert (Notenwert).

Der Takt

ist eine regelmäßig wiederkehrende Zeiteinteilung in der Musik. Jedes Musikstück ist durch senkrechte Striche (Taktstriche) in Takte eingeteilt. Am Anfang eines jeden Musikstückes ist angegeben, in welcher Taktart sich das Stück bewegt und wieviele Viertel- oder Achtelnoten und Pausen in den einzelnen Takten enthalten sind. Bewegt sich das Stück im 4/4 Takt, so setzt man zu Anfang das Zeichen C oder 4/4. Bei einem ¾ Takt schreibt man 3/4, und bei 2 Viertel setzt man das 2/4 Taktzeichen. Enthält jeder Takt nur 3 Achtel Noten, dann schreibt man den 3/8 Takt vor, für 6 Achtel den 6/8-, für 9 Achtel den 9/8-, für 12 Achtel den 12/8 Takt. Damit sind die Notwendigsten Taktarten beschrieben. Im weiteren Verlauf wird in einzelnen Übungen die erweiterte Notenlehre und dynamische Bezeichnungen von Fall zu Fall behandelt.

Der Sechs- Achtel Takt

Die Verbindung von 2 Drei- Achtel- Takten ergibt den Sechs- Achtel Takt (6/8). Auch hier ist das Achtel Zähleinheit. Wir zählen also von 1-6 durch. Zu beachten ist, daß im 6/8- Takt die Betonung auf der Zählzeit 1 und 4 liegt; die Zählzeit 4 ist aber etwas leichter (weniger betont) als die 1.

Merke: Der 6/8- Takt darf nicht als Drei- Viertel Takt aufgefaßt werden. Vergleiche dazu die Schwerpunkte in beiden Taktarten

Das Wiederholungszeichen

Soll ein Tonstück wiederholt werden, so wird dies durch das Wiederholungszeichen (Doppelstriche mit zwei Punkten) angezeigt.

Soll ein Teil eines Musikstückes wiederholt werden, so wird dieser durch Wiederholungszeichen (=Doppelstrich mit 2 Punkten) eingeschlossen. Am Anfang eines Stückes fällt das Wiederholungszeichen weg.

Es wird Teil a) wiederholt, b) nicht wiederholt, c) wiederholt

D. C. al Fine bedeutet, daß das Stück von Anfang an wiederholt werden soll und zwar bis zum Wort Fine (=Ende).

Vom musikalischen Vortrag

Ein guter musikalischer Vortrag verlangt genaueste Beachtung der Vortragszeichen. Diese beziehen sich auf das Tempo (Schnelligkeit) und die Dynamik (Tonstärke).

Das Tempo

Unter Tempo versteht man den Grad der Schnelligkeit, in welcher ein Tonstück seinem Inhalt nach gespielt werden soll. In der Musik verwendet man dafür in der Regel italienische Bezeichnungen. Die gebräuchlichsten sind für:

langsames Tempo

Metrum

 

mittleres Tempo

Metrum

Largo

breit, sehr ruhig

40 -52

Andante

gehend

76 - 96

Largetto

ziemlich breit

52 - 60

Andantino

etwas lebhaft

96 - 108

Lento

langsam

60 -66

Moderato

mäßig

108 - 112

Adagio

ruhig

66 -76

Allegretto

etwas lebhaft, munter

112 - 120

 

 

 

 

 

 

 

schnelles Tempo

Metrum

 

 

 

 

Allegro

lebhaft

120 - 144

 

 

 

 

Vivace

schnell

144 - 168

 

 

 

 

Presto

sehr schnell

168 - 200

 

 

 

 

Prestissimo

so schnell wie möglich

200 - 208

 

 

 

 

Die Dynamik

Unter Dynamik versteht man die Tonstärke, die durch stärkere oder schwächere Zug- oder Druckbewegung des Balges erreicht wird. Auch die Dynamik wird mit italienischen Ausdrücken bezeichnet.

Hierfür verwendet man folgende Abkürzungen:

schwache Tongebung

 

mittlere Tongebung

 

starke Tongebung

pp

(pianissimo) sehr leise

 

mf

(mezzoforte) mittelstark

 

f

(forte) stark

p

(piano) leise

 

 

 

 

ff

(fortissimo) sehr stark

Weitere dynamische Zeichen sind die Betonungszeichen. Ihre Anwendung geschieht dann, wenn einzelne Töne besonders hervorgehoben werden müssen. Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Arten von Betonungen.

schwache Betonung

 

starke Betonung

 

gedehnt

 

   

 

Das An- und Abschwellen von Tönen bezeichnen wir mit:

cresc. (crescendo)
oder

= stärker werden

 

decresc. (decrescendo)
oder

= schwächer werden

Wird das Tempo innerhalb eines Tonstückes verändert, so verwendet man:

rit. (ritardando)

=

langsamer werden

accel. (accelerando)

=

rascher werden

Soll das ursprüngliche Tempo wieder aufgenommen werden, so steht dafür "a tempo".

Die musikalischen Spielarten

Legato - Staccato - Portato

Legato heißt gebunden und bedeutet, daß mehrere Noten unter einem sogenannten Bindebogen stehen, ohne hörbare Trennung gespielt, also aneinandergebunden werden sollen. Der Bindebogen darf nicht mit dem Haltebogen verwechselt werden. Die Bindung mehrerer Noten ist dann am überzeugendsten, wenn eine Taste erst aufgehoben wird, wenn die nächste bereits niedergedrückt ist. Das darf aber nicht übertrieben werden., weil sonst die Töne ineinanderklingen.

Legato =

Sollen die einzelnen Noten nicht aneinandergebunden, sondern im Ggenteil ganz kurz gespielt werden, spricht man von staccato (gestoßen). Es wird durch Punkte über oder unter den Noten angezeigt. In der Wirkung entspricht es einem geringen Verlust des Zeitwertes der betreffenden Note, der durch eine nicht bezeichnete, kurze Pause ausgeglichen wird.

Staccato =

Etwa in der Mitte zwischen Legato (abgekürzt leg.) und Staccato (abgekürzt stacc.) steht das Portato (port.). Es wird durch eine Verbindung von Legatobogen und Staccatopunkt kenntlich gemacht und besagt, daß innerhalb des gebundenen Spiels die Töne ganz kurz, fast unmerklich, abgehobenwerden. Der Finger bleibt also, dem Notenwert entsprechend, auf der Taste, wird aber kurz vor dem Niederdrücken der nächsten Taste aufgehoben.

Portato =

Die Legatobogen dürfen nicht mit den Phrasierungsbogen verwechselt werden. Diese umfassen jeweils einen durch einen Atemvorgang (Ein- und Ausatmen, Spannung und Entspannung) gekennzeichneten musikalischen Gedanken, wofür das Fremdwort Phrase gebräuchlich ist. Die Phrasierungsbogen teilen ein Musikstück nach Atempausen ein und gehören damit in das sehr schwierige Gebiet des richtigen musikalischen Vortrages.

Das Versetzungszeichen #

Das Kreuz # ist ein Erhöhungszeichen. Es erhöht die Note, vor welcher es steht, um einen halben Tonschritt nach oben; das heißt, es muß die nächst höhere (rechtliegende) schwarze Taste gespielt werden. Dem Namen der Note wird die Silbe -is angehängt, z.B. cis, dis, fis, gis, a-is.

Lese- und Spielübung

Das Versetzungszeichen b

Das Be (b) ist ein Erniedrigungszeichen. Es erniedrigt die Note vor welcher es steht um halben Tonschritt nach unten. Es ist also die nächstniedrige (linksliegende) schwarze Taste zu spielen. Dem Namen der Note wird die Silbe -es abgehängt. Ausnahmen: Man sagt b statt hes, as statt aes und es statt ees.

 

Wichtig: Steht ein Vorzeichen (# oder b) direkt vor der Note, so gilt es für alle nachfolgenden gleichen Noten bis zum nächsten Taktstrich. Der Taktstrich hebt das Vorzeichen auf.

Erst lesen, dann spielen

Das Auflösungszeichen R

Das Auflösungszeichen R wird angewendet, wenn ein # oder b noch vor dem Taktstrich aufgelöst werden soll.

Lese- und Spielübung

Die chromatische Tonleiter

Die chromatische Tonleiter ist aufwärts und abwärts nur aus Halbtönen zusammengesetzt. Aufwärts verwendet man das #, abwärts das b.


Neue Noten

Lese- und Spielübung

Die C- Dur Tonleiter über zwei Oktaven

Die natürliche Betonung

Innerhalb eines Taktes werden die Noten nicht gleichmäßig stark gespielt (betont). Die Zählzeit 1 ist in jedem Takt betont, die anderen Zählzeiten sind unbetont zu spielen. Eine Ausnahme macht nur die Zählzeit 3 imd 4/4 Takt, die schwach betont zu spielen ist.

Betonung im 4/4- Takt

        

Betonung im ¾- Takt

 

Die punktierte Viertel- Note

Auch eine Viertel- Note kann durch einen Punkt um die Häfte ihres Wertes verlängert werden. So entsteht die punktierte Viertel- Note.

+

=

2/8

+

1/8

=

3/8

Andere Taktarten

Bisher haben wir im 3/4- und 4/4- Takt die Viertelnoten gezählt. Im 3/8- und 6/8- Takt aber zählen wir die Achtel. Beachte auch die Betonungen.

        

Die Synkope

Eine Synkope entsteht durch Verbindung eines leichten mit dem darauffolgenden schweren Taktteil. Die eigenartig erregende Wirkung der Synkope. die wir aus der modernen Tanzmusik kennen (etwa beim Foxtrott), ist darauf zurückzuführen, daß sich die Betonung auf den vorhergehenden leichten Taktteil verlagert, und daß dadurch eine völlige Verschiebung der Schwerpunkte innerhalb eines Taktes eintritt.

Die Entstehung einer Synkope zeigt folgende Übersicht:

4/4

1

2

3

4

       

3/4

1

2

3

1

2

3

4/4

1

2

3

4

 

3/4

1

2

3

1

2

3

4/4

1

2

3

4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beginnt eine Synkope zwischen zwei Zählzeiten, ohne bis zum nächsten betonten Taktteil anzudauern, spricht man von Unterteilungs- Synkope. Besonders häufig findet sich diese in der modernen Tanz- Musik, z.B. im Tango- Rhythmus

     

     

Merke: Bei der der Synkope liegt die Betonung immer auf dem leichten Taktteil, der sich mit dem nachfolgenden schwereren zu einer Einheit verbindet.

Verzierungslehre

(Musikalische Ornamentik)

Wie in anderen Künsten wird auch in der Musik die Verzierung, die Ausschmückung zur Belebung einer Linie, verwendet. Auf jahrhundertealter Tradition aufbauend, bildeten sich im Laufe der Zeit bestimmte Regeln heraus, die größtenteils heute noch Gültigkeit haben, wenngleich man mehr und mehr dazu übergeht, die Verzierungen nicht mehr durch bestimmte Zeichen anzugeben sondern auszuschreiben.

Übersicht über die wichtigsten Verzierungen

1.) Vorschlag und Nachschlag

Erklärungen:

  1. Der lange Vorschlag ist heute nicht mehr gebräuchlich. Er wird mit einer kleinen, nicht durchgestrichenen Note bezeichnet und verkürzt den Wert der Hauptnote um ihren eigenen Wert.
  2. Der kurze Vorschlag gehört zu den am häufigsten angewendeten Verzierungen. Er wird durch eine im Fähnchen durchstrichene Achtelnote bezeichnet und wird der Hauptnote kurz vorrausgespielt.
  3. Der Doppel- Vorschlag besteht aus zwei Vorschlagsnoten in verschiedenen Intervallen. Er wird der Hauptnote kurz vorrausgespielt.
  4. Der Schleifer ist ein Doppelvorschlag, bei dem die Vorschlagsnoten stufenweise aufeinander folgen.
  5. Der Nachschlag ist das Gegenteil des Vorschlages und zählt zum Werte der vorrausgehenden Note.

2.) Pralltriller, Mordent und Doppelschlag

Ein #, b, oder das Auflösungszeichen über oder unter den Verzierungszeichen besagt, daß die rechte bzw. die linke Nebennote chromatisch verändert werden soll.

Erklärungen:

  1. Der Pralltriller ist ein rascher Wechsel der Hauptnote mit der rechten (oberen) Nebennote.
  2. Der Mordent ist die Umkehrung des Pralltrillers und verlangt den linken (unteren) Nebenton.
  3. Der Doppelschlag geht von der oberen Nebennote über die Hauptnote zur unteren Nebennote und wieder zur Hauptnote zurück. Der vorschlagende Doppelschlag steht über einer Note, der nachschlagende zwischen zwei Noten.

3.) Der Triller

Unter Triller versteht man einen während der vorgeschriebenen Dauer stattfindenden Wechsel der Hauptnote mit der oberen Nebennote, mit der der Triller im allgemeinen beginnt. Den Abschluß bildet ein Nachschlag, der auch dann auszuführen ist, wenn er nicht ausdrücklich verlangt wird. Oftmals wird der Triller durch einen Vorschlag eingeleitet.

Am Anfang eines Stückes, nach Pausen und bei stufenweiser Einführung beginnt der Triller dagegen mit der Hauptnote

Merke: Auch beim Triller kann die Nebennote durch Versetzungszeichen chromatisch verändert werden.

Die Dur- Tonleiter

Unter Tonleiter verstehen wir die stufenweise Aufeinanderfoge von Tönen innerhalb einer Oktave (Achtton- Raum). Die Aneinanderreihung der einzelnen Töne erfolgt nach bestimmten Gesetzen, die - ohne Rücksicht auf den jeweiligen Grundton - für alle Dur- Tonleitern gelten.

Aufbauschema der Dur- Tonleiter: 

Jede Tonleiter kann in zwei - in sich völlig gleiche - Leiterabschnitte von je vier Tönen (=Tetrachorde) geteilt werden.

Die G- Dur- Tonleiter

Bilden wir mit dem zweiten Leiterabschnitt (terachord) von C- Dur, also auf g , eine neue Tonleiter, dann entspricht diese zunächst noch nicht dem oben festgelegten Aufbaugesetz. Der Abstand von der 6. zur 7. Stufe muß ein Ganztonschritt, der von der 7. zur 8. Stufe ein Halbtonschritt sein. Um dies zu erreichen, wird die 7. Stufe um 1/2- Ton erhöht. Im Notenbild wird dies durch ein vor der Note gesetztes Kreus (#) bewirkt. Dem Notennamen wird dabei die Silbe is angehängt. Aus f wird also fis. Anstelle von f wird dann die nächsthöhere Taste fis gegriffen.

Merke: Ein vor einer Note stehendes # bewirkt die Erhöhung des betreffenden Tones um 1/2- Stufe. Dabei wird dem Notennamen die Silbe is angehängt.

Kleine Intervallenlehre

Intervall heißt Zwischenraum und bezeichnet den Abstand zwischen zwei Tönen, gleichgültig, ob diese übereinander oder nebeneinander stehen, ob sie also ein Teil eines Zusammenklanges (Harmonie) oder einer Tonfolge (Melodie) sind. Wir unterscheiden reine, große, kleine, verminderte und übermäßige Intervalle. Zur Bezeichnung der Intervalle dienen lateinische Zahlwörter.

Tabelle der gebräuchlichsten Intervalle

Die Enharmonische Verwechslung

Soll ein Ton zweimal um ½ Stufe erhöht oder erniedrigt werden, geschieht dies durch die neuen Versetzungszeichen Doppelkreuz (x) und Doppel-b (bb). Entsprechend der einfachen Erhöhung bzw. Erniedrigung wird dem Notennamen die Silbe is oder es jetzt zweimal angehängt, z.B. fisis, eses.

Merke: Das Doppelkreuz (x) erhöht einen Ton um einen Ganztonschritt, das Doppel-b (bb) erniedrigt einen Ton um einen Ganztonschritt.

Bei allen Tasteninstrumenten (Klavier, Orgel, Akkordeon) fallen an sich verschiedene Töne auf einer Taste zusammen. Das durch Erhöhung von c entstandene cis ist beispielsweise dem aus d durch Erniedrigung entstandenen des völlig gleich. Diese verschiedenartige Benennung dem Klang nach gleicher Töne nennt man enharmonische Verwechslung. Mit einer einzigen Ausnahme kann deshalb jeder Ton in dreifacher Weise benannt werden (gis = as).


Der Quintenzirkel

Bei der Bildung neuer Tonleitern zeigte sich, daß jeweils der 2. Leiterabschnitt (Tetrachord) einer Tonart dem 1. Tetrachord der nächsten #- Tonart entspricht. Bei den b- Tonartan ist es umgekehrt. Daraus ergibt sich, daß alle Tonarten, die im Fünfton- (Quint) Abstand stehen, miteinander verwandt sind (Quint- Verwandtschaft). Diese Quint- Verwandtschaft findet ihren bildlichen Ausdruck im sogenannten Quintenzirkel. Beide treffen sich in den Tonarten Fis- bzw. Ges- Dur, die enharmonisch gleich sind.

 

Die Noten im - Schlüssel

 

Die Moll- Tonleiter

Die Dur- Tonleiter enthält - vom Grundton aus gesehen - nur reine und große Intervalle. Bei der Moll- Tonleiter dagegen treten anstelle der beiden großen Intervalle Terz und Sexte die kleine Terz und die kleine Sexte. Wir können deshalb ohne Schwierigkeit jede Dur- Tonleiter durch Erniedrigung der 3. und 6. Stufe in die gleichnamige Moll- Tonleiter verwandeln: z.B.

Die so entstandene Moll- Tonleiter heißt harmonisches Moll. Wie bei der Dur- Tonleiter ist auch hier der Schritt von der 7. zur 8. Stufe ein Halbton- Schritt (Leitton). Charakteristisch für die harmonische Moll- Tonleiter ist der übermäßige (=11/2-Ton-) Schritt von der 6. zur 7. Stufe (auf- und abwärts), der in der melodischen Moll- Tonleiter bei Aufwärtsbewegung durch Erhöhung der 6. Stufe ausgeglichen wird. Abwärts wird zum Ausgleich des übermäßigen Schrittes die 7. Stufe erniedrigt. Die melodische Moll- Tonleiter ist deshalb aufwärts und abwärts verschieden.

c- Moll hat 3b (b, es ,as) als Vorzeichen. Alle sich aus dem Aufbau der verschiedenen Moll- Tonleitern ergebenden Abweichungen (z.B. die Erhöhung der 7. Stufe = Leitton) werden nicht am Anfang des Liniensystems vermerkt, sondern immmer von Fall zu Fall durch Vorzeichen vor den betreffenden Noten angegeben. Die c- Moll Tonleiter entspricht daher den Vorzeichen nach der eine kleine Terz (11/2- Töne) höher stehenden Es- Dur Tonleiter. Man nennt dies Parallel- Verwandtschaft. c- Moll ist also die Moll- Parallele von Es- Dur.

Merke: Die parallele Moll- Tonleiter wird - mit gleichem Vorzeichen - auf der 6. Stufe einer Dur- Tonleiter aufgebaut. Zu beachten ist dabei aber, daß die 7. Stufe um 1/2- Ton erhöht wird, um einen Leittonschritt zu erhalten.

Tonleiter

Die Tonleitern Gesamtübersicht

Musikalische Fachausdrücke

Accelerando = beschleunigend

Largo = breit, langsam

Adagio = ruhig, gedehnt

Legato = gebunden

Ad libitum = nach Belieben

Leggiero = leicht

Agitato = erregt

Lento = sehr langsam

Al = bis

Maestoso = erhaben

Alla breve = zweiteiliger Takt

Ma non troppo = aber nicht zu sehr

Allargando = breiter werdend

Marcato = betont, mit Nachdruck

Allegro = lebendig

Marcia = Marsch

Allegretto = sehr bewegt

Marciale = marschmäßig

Amabile = lieblich

Meno = weniger

Andante = gehend

Meno mosso = weniger lebhaft

Andantino = etwas schneller wie Andante

Moderato = mäßig bewegt

Animato = beseelt, beschwingt

Molto = sehr

Appassionato = leidenschaftlich

Morendo = verklingend

Aria = gesangliche Kunstform

Mosso = bewegt

Assai = sehr

Ossia = oder

A tempo = im Zeitmaß (wie vorher)

Ostinato = wiederkehrende Form

Barcarole = Gondellied

Patetico = leidenschaftlich

Brillante = glänzend

Pesante = schwer, gewichtig

Brio = Feuer

Piu = etwas mehr

Cadenza = Schluß

Poco = wenig

Cantabile = singend

Poca a poca = allmählich

Capo = Kopf, Anfang

Portato = halbgebunden, breit

Capriccioso = launisch

Presto = schnell

Coda = Anhang, Schlußteil

Rallentando = langsamer werdend

Col, con = mit

Rigoroso = streng

Comodo = bequem

Risoluto = entschlossen

Con espressione = mit Ausdruck

Ritardando = langsamer werdend

Con sentimento = mit Empfindung

Ritenuto = zurückhaltend

Da, dal = von

Rubato = in freiem Zeitmaß

Da Capo = vom Beginn

Scherzando = scherzend, schelmisch

Dal Segno = vom Zeichen an

Semplice = schlicht, einfach

Divisi = geteilt

Sempre = immer, stehts

Dolce = süß, melodisch

Senza = ohne

Doloroso = schmerzlich

Simile = ähnlich, wie vorher

Energico = entschlossen

Stringendo = beschleunigend

Espressivo = ausdrucksvoll

Subito = plötzlich, unmittelbar

Finale = Schluß, Schlußsatz

Tempo = Zeitmaß

Fine = Ende

Tenuto = gehalten

Forza = Kraft

Tranquillo = ruhig

Funebre = traurig

Troppo = zu viel

Fuoco = Feuer

Tutta la forza = mit ganzer Kraft

Furioso = wild, stürmisch

Tutti = alle zusammen

Giocoso = scherzend

Unisono = einstimmig

Grandioso = nett, graziös

Vivace = lebhaft

Grave = schwer, (Lento-Adagio)

Vivo = belebt

Grazioso = nett, graziös

Volta = Mal (z.B. das erste Mal)

Istesso = dasselbe

Volti subito = schnell wenden, weiterspielen

L'istesso temo = dasselbe Tempo